Funktionsweise des Kraftwerks Ingolstadt
Das Kraftwerk Ingolstadt zählt zu den Spitzen- bis Mittellastkraftwerken und geht immer dann in Betrieb, wenn die Nachfrage nach Strom besonders hoch ist. Zur Energieerzeugung wird in Ingolstadt schweres Heizöl verwendet. Damit das schwere Heizöl mit einem möglichst hohen Wirkungsgrad verbrennen kann, kommt es zunächst in den Schwerölvorwärmer, der es auf bis zu 220 Grad vorheizt. Mit Dampf fein zerstäubt, wird es von speziellen schadstoffarmen Ölbrennern im Kessel, dem so genannten Dampferzeuger, eingedüst und bei rund 1.400 Grad verbrannt. Die heißen Rauchgase, die dabei entstehen, bringen das Wasser zum Sieden, das in Rohrleitungen durch den Kessel fließt. Dieses Kesselspeisewasser verdampft durch die Hitze des Rauchgases. Der Dampf wiederum wird weiter erhitzt und mit bis zu 535 Grad und hohem Druck auf die Schaufeln einer Dampfturbine mit einem Hoch-, einem Mittel- und zwei Niederdruckteilen geleitet. Die Turbine ist mit einem Generator gekoppelt, der die mechanische Energie in elektrische Energie, also Strom, umwandelt - ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo. Den Strom speisen wir dann in das 220.000- Volt-Hochspannungsnetz ein. Der Dampf hat sich beim Durchströmen der Turbine entspannt und abgekühlt und gelangt schließlich in den Kondensator. Dort wird er mit Hilfe des Kühlwassers ganz zurück in Wasser umgewandelt und wieder in den Kessel gepumpt. Es entsteht ein geschlossener Kreislauf. Die heißen Rauchgase gelangen nach der Energieerzeugung in die Rauchgasreinigungsanlage und werden dort in einem aufwendigen Prozess entstickt, entstaubt und entschwefelt. Der bei der Entschwefelung entstehende Gips wird anschließend in der Bauindustrie verwendet.